Die Erscheinungen von Fátima

Im Jahr 1917 Unserer Lieben Frau Mutter Jesu, besuchte drei portugiesische Hirtenkinder Lúcia, Francisco und Jacinta. Hier ist die Erzählung Lúcias beschrieben.

Dreimal kam ein Engel im Jahre 1916, um die Hirtenkinder einzuladen zu Gebet, Opfer und Sühne, und sie in dieser Weise auf die Besuche Unserer Lieben Frau vorzubereiten.

Ich bin der Engel des Friedens

“Mir kommt vor, es muss im Frühling des Jahres 1916 gewesen sein, dass uns der Engel um ersten Mal in der Loca do Cabeço erschien. Wir hatten schon eine Weile gespielt, als plötzlich ein starker Wind die Bäume schüttelte und uns aufschauen liess, um zu sehen was geschah, denn es war sonst ein ruhiger Tag. Da sahen wir über den Olivenbäumen ein Licht auf uns zukommen, weisser als Schnee, in der Gestalt eines jungen Mannes, etwa vierzehn oder fünfzehn Jahre alt und von besonderer Schönheit. Als er bei uns anlagte, sagte er:

– Fürchtet euch nicht! Ich bin der Engel des Friedens. Betet mit mir!

Er kniete auf die Erde (…) Wir taten das gleiche und wiederholten die Worte, die wir ihn sprechen hörten:

– Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich  und ich liebe Dich. Ich bitte Dich um Verzeihung für jene, die nicht an Dich glauben, Dich nicht anbeten, nicht auf Dich hoffen und Dich nicht lieben.

Danach erhob er sich und sagte:

– Betet so! Die Herzen Jesu und Mariens achten auf eure flehentlichen Bitten.

Dann verschwand er. (…) Seine Worte prägten sich so in uns ein, dass wir sie nie mehr vergessen.”

Ich bin de Engel Portugals

“Die zweite Erscheinung des Engels fand nicht am Ort der ersten statt (…) Als wir beim Brunnen im Hof meiner Eltern spielten, sahen wir plötzlich neben uns dieselbe Gestalt des Engels.

– Was tut ihr? Betet! Betet viel! Die Herzen Jesu und Mariens haben mit euch Pläne der Barmherzigkeit. Bringt dem Allerhöchsten unaufhörlich Gebete und Opfer dar!

– Wie sollen wir Opfer bringen? – fragte ich.

– Macht aus allem, was ihr könnt, ein Opfer zur Sühne für die Sünden, durch die Er beleidigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder. So werdet ihr den Frieden auf euer Vaterland herabziehen. Ich bin sein Schutzengel, der Engel Portugals. Vor allem, nehmt die Leidenn, die euch der Herr schiecken wird, in Ergebung an und tragt sie geduldig.

Diese Worte des Engels prägten sich in unseren Geist ein wie ein Licht, das uns erkennen liess, wer Gott ist, wie sehr Er uns liebt und von uns geliebt werden will. Wir erkannten den Wert des Opfers und wie es Ihm wohlgefällig ist (…) Deshalb begannen wir von diesem Zeitpunkt an, dem Herrn alles aufzuopfern was uns weh tat.”

Tröstet euren Gott

“Die dritte Erscheinung muss, so meine ich, im Oktober oder ende September gewesen sein…Sobald wir dort angekommen waren (am Ort der ersten statt – Loca do Cabeço), begannen wir, kniend und mit den Gesichten zur Erde gebeugt, das Gebet des Engels zu wiederholen: Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich  und ich liebe Dich. Ich bitte Dich um…

Ich weiss nicht, wie oft wir dieses Gebet wiederholt hatten, als wir über uns ein unbekanntes Licht erstrahlen sahen. Wir richteten uns auf, um zu sehen, was geschah und sahen wieder den Engel, der in der linken Hand einen Kelch hielt, worüber eine Hostie schwebte, aus der Blutstropfen in den Kelch fielen. Der Engel liess den Kelch in der Luft schweben, kniete sich neben uns nieder und liess uns dreimal folgendes Gebet nachsprechen:

Heiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist, in tiefer Ehrfurcht bete ich Dich an, und opfere Dir auf den kostbaren Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit Jesu Christi, gegenwärtig in allen Tabernakeln der Welt, zur Sühne für die Schmähungen, Sakrilegien und Gleichgültigkeiten, durch die Er selbst beleidigt wird. Und durch die unendlichen Verdienste Seines Heiligsten Herzens und des Unbefleckten Herzen Mariens bitte ich Dich um die Bekehrung der armen Sünder.

Dann erhob er sich und ergriff wieder Kelch und Hostie. Die Hostie reichte er mir, den Inhalt des Kelches gab er Jacinta und Francisco zu trinken mit den Worten:

– Empfangt den Leib und trinkt das Blut Jesu Christi, der durch die undankbaren Menschen so furchtbar beleidigt wird. Sühnt ihre Verbrechen und tröstet euren Gott!

Dan warf er sich von neuem auf die Erde und wiederholte mit uns noch dreimal dasselbe Gebet: Heiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist… und verschwand.

Die Macht de Gegenwart Gottes war so gewaltig, dass sie uns fast vernichtete, Sie schien uns für längere Zeit unserer körperlichen Sinne zu berauben.”

 

 

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